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Natur & Landschaft

Wald, Schutzstatus, Artenschutz, Kulturlandschaft und Flächenbedarf.

Der Flechtinger Höhenzug ist Wald, Landschaft, Lebensraum, Erholungsraum und historische Kulturlandschaft. Für uns ist klar: Ein Windpark in diesem Gebiet darf nicht nur mit allgemeinen Ausbauzielen begründet werden. Er muss sich an den konkreten Schutzwerten vor Ort messen lassen.

Wald in Sachsen-Anhalt

Rund 25 % Waldanteil, ca. 500.000 ha Waldfläche. Damit liegt Sachsen-Anhalt unter dem Bundesdurchschnitt.

Ein Wald mit besonderer Verantwortung

Das Vorhabengebiet liegt im Landschaftsschutzgebiet „Flechtinger Höhenzug“. Teile des Gebiets gehören zusätzlich zu einem Vorranggebiet für Natur und Landschaft und zu einem Vorbehaltsgebiet für ein ökologisches Verbundsystem. Die öffentlichen Projektunterlagen beschreiben den Planungsraum als überwiegend forstwirtschaftlich geprägt und nennen neben jungen Nadelholzbeständen auch ökologisch hochwertige alte Eichenwälder, naturnahe Bachverläufe und Freiflächen.

Landschaftsschutzgebiet alte Eichenwälder naturnahe Bachverläufe ökologischer Verbund Waldstandort
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Alte Eichen und Habitatstrukturen

Alte Eichen entwickeln über Jahrzehnte Höhlungen, Rindenrisse, Totholzanteile und Mikrohabitate. Solche Strukturen sind Lebensräume für Höhlenbrüter, Fledermäuse und altbaumgebundene Insektenarten.

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Bachläufe und Waldklima

Naturnahe Bachverläufe stabilisieren Feuchtigkeit, Mikroklima und Lebensraumverbund. Zuwegungen, Bodenverdichtung und Öffnung des Kronendachs müssen deshalb besonders sorgfältig geprüft werden.

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Artenschutz vor Entscheidung

Die Kartierungen zu Waldbeständen, Biotopen, Vogelwelt und Fledermäusen müssen vollständig und öffentlich nachvollziehbar vorliegen, bevor weitere Schritte politisch vorgeprägt werden.

Hinweise auf geschützte Arten

Aus der Region liegen naturschutzfachliche Hinweise auf sensible und geschützte Arten im Umfeld des Vorhabengebiets vor. Genannt werden unter anderem sensible und prioritäre Vogelarten, Kranich, Rotmilan, Fledermausarten sowie altbaumgebundene Großkäferarten. Diese Hinweise sind fachlich ernst zu nehmen und müssen im weiteren Verfahren durch Kartierungen, Verbände und Fachbehörden überprüft und dokumentiert werden.

Diese Hinweise verstehen wir nicht als abschließende amtliche Feststellung, sondern als prüfungsrelevante Hinweise aus der Region. Weitere Stellungnahmen von Naturschutzverbänden und Fachstellen sollen ergänzt werden, sobald sie vorliegen.

prioritäre Vogelarten Kranich Rotmilan Fledermäuse Großkäfer an Altbäumen Wolfsterritorium FHZ
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Prioritäre Vogelarten

Im Umfeld des Vorhabengebiets liegen Hinweise auf störungsempfindliche und schutzrelevante Vogelarten vor. Relevant sind störungsarme Waldbereiche, ruhige Nahrungshabitate, Feuchtbereiche und Flugbeziehungen zwischen Wald, Offenland und Bachläufen. Hinweise auf solche Arten müssen deshalb im Verfahren mit besonderer Sorgfalt geprüft werden.

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Kranich

Der Kranich nutzt Wald- und Offenlandverbünde, feuchte Niederungen sowie Zug- und Rastbereiche. Für die Bewertung eines Windparks im Waldumfeld sind deshalb nicht nur einzelne Standorte wichtig, sondern auch Flugkorridore, Rastbewegungen und die Verbindung zu angrenzenden Lebensräumen.

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Großkäfer an Altbäumen

Altbaumgebundene Großkäfer sind auf alte Eichen, Totholz, Mulm, Rindenstrukturen und lange Habitatkontinuität angewiesen. Deshalb sind alte Eichenbestände und mögliche Habitatbäume gesondert zu erfassen und zu bewerten.

Rotmilan - besondere Verantwortung

Der Rotmilan bleibt eine artenschutzrechtlich relevante und kollisionsgefährdete Vogelart. Gesetzliche Änderungen haben die Prüfung bei Windenergievorhaben stärker standardisiert und Ausnahmemöglichkeiten erweitert. Ein Vorkommen führt deshalb nicht automatisch zur Ablehnung eines Projekts. Belastbare Kartierungen zu Brutplätzen, Nahrungshabitaten und Flugbewegungen können jedoch erheblichen Einfluss auf Anlagenstandorte, Schutzmaßnahmen, Betriebsbeschränkungen und die Genehmigungsfähigkeit haben.

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Deutschland trägt Verantwortung

Deutschland beherbergt einen bedeutenden Teil des weltweiten Rotmilan-Bestandes. Daraus folgt eine besondere Verantwortung, Brutplätze, Nahrungshabitate und Flugräume nicht isoliert, sondern im Zusammenhang zu betrachten.

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Lebensräume zählen

Für eine belastbare Bewertung reicht es nicht, nur einzelne Horststandorte zu betrachten. Nahrungshabitate, Offenlandbereiche, Waldränder und Flugkorridore müssen gemeinsam bewertet werden.

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Dokumentierte Risiken

45,6 %
der dokumentierten Todesursachen ausgewachsener Rotmilane in einer ausgewerteten Untersuchung in Sachsen-Anhalt entfielen auf Windenergieanlagen.

Diese Prozentzahl beschreibt dokumentierte Todesursachen in einer ausgewerteten Untersuchung. Sie ist kein Anteil an allen Rotmilanen.

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Natura 2000 im Umfeld

Öffentliche Schutzgebietskarten zeigen Natura-2000-Flächen im Umfeld und teilweise angrenzend an den betrachteten Landschaftsraum. Ob und in welchem Umfang der spätere Geltungsbereich oder funktionale Beziehungen betroffen sind, muss im förmlichen Verfahren anhand der amtlichen Abgrenzungen geprüft werden.

Entscheidend sind nicht nur direkte Flächenüberschneidungen. Auch funktionale Beziehungen, Nahrungshabitate, Flugwege und die Verträglichkeit mit den Erhaltungszielen können relevant sein.

amtliche Schutzgebietskarten FFH-Verträglichkeit Erhaltungsziele Lebensraumverbund

Waldbrandrisiko sachlich einordnen

Bei Windenergieanlagen im Wald sind Brandrisiken, Feuerwehreinsatz und mögliche Löschschwierigkeiten fachlich zu berücksichtigen.

Fachquelle ansehen

Historische Kulturlandschaft und Lüneburger Heerstraße

Der Flechtinger Höhenzug ist nicht nur Naturraum, sondern auch Teil einer gewachsenen Kulturlandschaft. Nach historischen Hinweisen verläuft im Umfeld des Vorhabengebiets die Lüneburger Heerstraße, eine alte Verkehrs- und Handelsverbindung. Die vorliegenden Recherchehinweise verweisen unter anderem auf Akten des Landesarchivs Sachsen-Anhalt zur Lüneburger Heerstraße im Zeitraum 1779 bis 1826 sowie auf die Geschichte von Burg, Gut und Schloss Altenhausen.

Für die Bewertung des Vorhabens sind deshalb nicht nur technische Standortfragen relevant. Auch Landschaftsbild, historische Wegebeziehungen, Schloss- und Gutslandschaften, Alleen und alte Waldstrukturen gehören zur Abwägung.

Flächenbedarf im Wald

Windenergieanlagen im Wald benötigen mehr Fläche als nur den unmittelbaren Turmstandort. Neben Fundamenten werden Kranstellflächen, Vormontageflächen, Kurvenradien, Wartungsflächen und technische Infrastruktur benötigt.

Hinzu kommt die Zuwegung: Für Transport, Montage und spätere Wartung können bestehende Wege verbreitert oder neue Zuwegungen hergestellt werden. Diese Eingriffe wirken zusätzlich auf Boden, Waldstruktur, Wasserhaushalt und Lebensräume und müssen in der Flächenbilanz gesondert ausgewiesen werden.

Fachliche Darstellungen zum Windenergieausbau im Wald nennen je nach Anlagentyp und Standort einen erheblichen Flächenbedarf pro Anlage. Für moderne Großanlagen kann während der Bauphase eine Größenordnung von etwa 0,8 bis 1,0 Hektar pro Anlage beansprucht werden. Ein Teil davon kann später wieder aufgeforstet werden, andere Flächen bleiben dauerhaft unbewaldet, geschottert oder versiegelt.

Für ein Projekt mit bis zu 15 Anlagen braucht es deshalb eine transparente Flächenbilanz: Welche Waldflächen werden dauerhaft umgewandelt? Welche Flächen werden nur vorübergehend genutzt? Welche Zuwegungen bleiben bestehen? Welche alten Eichen- und Bachbereiche wären betroffen?

Beispielhafte Darstellung von Windenergieanlagen im Waldumfeld
Beispielhafte Visualisierung der räumlichen Wirkung von Windenergieanlagen in einem Waldgebiet. Das Bild dient der Veranschaulichung und ist keine amtliche Darstellung des konkreten Vorhabens.

Unsere Forderung

Vor weiteren politischen Entscheidungen muss eine vollständige, öffentlich nachvollziehbare Bewertung der Wald-, Arten-, Bachlauf-, Altbaum- und Kulturlandschaftsbelange vorliegen. Dazu gehören Kartierungen zu Vögeln, Fledermäusen, Biotopen, alten Eichenbeständen, Großkäfer-Habitaten, Zuwegungen, Rodungsflächen und möglichen Alternativstandorten.

Quellen (Auszug): Projektkurzbeschreibung Windpark Altenhausen · Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt · Landesarchiv Sachsen-Anhalt · Natura 2000 Sachsen-Anhalt · Bundesamt für Naturschutz · Vogelschutz-Sonderheft 2026 · Fachquellen zu Windenergie im Wald.